Joyland

Kalender
Film
Datum
21.02.2024 19:30 - 21:30
Ort
Kronenkino Zittau

Beschreibung

F/PA 23, R: Saim Sadiq, FSK: 12, 126 min
Cannes 2022: Jurypreis „Un Certain Regards“ & Queer Palm

Haider ist der jüngste Sohn einer sehr konservativen pakistanischen Großfamilie und ein Tagträumer. In Lahore leben und seine Frau mit der gesamten Familie seines Bruders auf engstem Raum zusammen und immer unter den Blicken der anderen. Während seine zielstrebige Frau Mumtaz als Kosmetikerin Geld verdient, ist er schon eine Weile arbeitslos. Er kümmert sich zwar um seine Nichten und pflegt seinen Vater – doch ohne Einkommen und ohne Nachwuchs entspricht Haider in keinster Weise den Vorstellungen seiner Familie. Als er eines Tages unverhofft doch zu einem Job kommt, ändert sich Haiders Leben schlagartig: Heimlich tritt er nachts als Background-Tänzer in der Show der charismatischen transsexuellen Tänzerin Biba auf. Aus anfänglicher Faszination entwickeln sich schnell tiefere Gefühle und Haider gerät in ein moralisches Dilemma – denn seine Familie erwartet sehnsüchtig einen Enkel von ihm, während er von seiner Freiheit träumt … Als seine Ehefrau schwanger wird, droht sein zaghafter Ausbruchsversuch zu scheitern.

Mit semidokumentarischer Qualität entwirft das epische Melodram ein vielfältiges Bild der pakistanischen Gesellschaft. Im Kampf der Figuren mit Begehren, Tradition, Männlichkeit und Familie spiegeln sich die Auseinandersetzungen um eine neue Sicht von Männlichkeit und Weiblichkeit.

Regisseur Saim Sadiq gibt mit „Joyland“ sein Spielfilmdebüt und erzählt eine mitreißende, vielschichtige, explosive Liebesgeschichte über Tradition, Familie und die eigene Freiheit.

„Es ist die Ent-Romantifizierung einer Coming of Age-Geschichte und eine Hommage an alle Frauen, Männer und Transmenschen, die unter dem Patriarchat leiden. Außerdem feiert der Film die Sehnsucht, die unglaubliche Verbundenheit und ewige Liebe schafft. Letztendlich ist es eine herzzerreißende Liebeserklärung an mein Heimatland.“ (Saim Sadiq)

Die „Khawaja sira“ – uralte pakistanische Kultur und Identität
Die Trans-Gemeinschaft in Pakistan gehörte jahrhundertelang zum kulturellen Selbstverständnis, lange bevor das Wort „trans“ überhaupt erfunden wurde. Die Angehörigen dieser Gruppe nannten sich „khawaja sira“. Der Begriff steht für eine Geschlechtsidentität, die weder männlich noch weiblich bedeutet. Im Mogulreich waren sie hochgeachtet und geschätzt und fungierten oft als Berater. Vor der Kolonialisierung im 17. und 18. Jahrhundert waren die „khawaja sira“ in Pakistan nicht Opfer von Diskriminierung, sondern Künstler, mit denen man eine gewisse Eleganz in Verbindung brachte. Als die Briten kamen, verbot der „Criminal Tribes Act“ Homosexualität, Trans-Sein und jedes Verhalten, jede Sexualität und jedes Geschlecht, das nicht den Moralvorstellungen der Kolonialisten entsprach, also heteronormativ war. Alles andere wurde kriminalisiert. Diese Gesetze wurden nicht nur in Pakistan, sondern auch in Indien in die Verfassung übernommen. 2018 errangen die „khawaja sira“ einen wichtigen Sieg, als Pakistan Antidiskriminierungsgesetze verabschiedete, die Geschlechtsidentität als „das innerste und individuelle Selbstgefühl einer Person als Mann, Frau oder eine Mischung aus beidem oder keines von beiden“ definierten.
(Quelle: Wikipedia, https://de.wikipedia.org/wiki/Joyland_(Film))

 

Standortinformationen

Kronenkino Zittau

Äußere Weberstraße 17
Zittau
Deutschland

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Das Kronenkino ist ein Veranstaltungsort der Hillerschen Villa gGmbH